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Erste Sitzung der Arbeitsgruppe
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Bremervörder Zeitung 24. August 2004 |
Einigung im Gedenkstättenstreit in Sicht Arbeitsgruppe spricht sich für Standort auf dem ehemaligen Lagergelände aus - |
Von Rainer Klöfkorn |
Sandbostel/Selsingen. Monatelang wurde die Einrichtung einer Gedenkstätte für das NS-Lager Sandbostel kontrovers diskutiert, seit gestern deutet sich eine einvernehmliche Lösung an. Eine Arbeitsgruppe hat sich in einer Sitzung im Selsinger Gemeindehaus auf eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände geeinigt. Diesem Vorschlag müssen jetzt die beteiligten Institutionen und der Gedenkstät-tenverein zustimmen. Dass sich nach heftigen gegenseitigen Angriffen in der Vergangenheit alle Beteiligten aufeinander zubewegten, ist vor allem dem ehemaligen Superintendenten Hans-Wilhelm Hastedt und dem pensionierten Regierungsschuldirektor Horst Rademacher zu verdanken. Beide hatten vor sieben Wochen von Landesminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) den Auftrag erhalten, die Kontrahenten an einen Tisch zu bringen. Sie erfüllten ihre Aufgabe mit Fleiß und Geschick: In vielen Einzelgesprächen - 25 Termine wurden genannt - erreichten sie eine allgemein akzeptierte Lösung. „Es war eine der eindruckvollsten Sitzungen, an der ich als Politiker teilgenommen habe", sagte gestern Minister Ehlen nach der Zusammenkunft. In einem „guten Klima" (Hastedt) stimmten Vertreter der Gemeinde Sandbostel, des Gedenkstättenvereins und der Landesregierung dem Vorschlag der Moderatoren zu. Danach wird eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände errichtet und nicht, wie vor allem von der Gemeinde favorisiert, auf dem Friedhof. Als Standort sei ein Platz in der Nähe der Kapelle geeignet, sagte Hastedt. Diese sei schon jetzt ein „Ort der Versöhnung". Die Gedenkstätte soll unter einer „breiten Trägerschaft" (Hastedt) stehen. Denkbar ist eine Stiftung oder ein „neuer, größerer Verein, dem alle Beteiligten angehören". Damit könne der versöhnende Charakter der Gedenkstätte zum Ausdruck gebracht werden. Eindeutig sprachen sich die Moderatoren dagegen aus, die frühere Kommandantur und heutige Straßenmeisterei - wie von Ivar Buterfas gefordert - in die Gedenkstätte umzubeziehen. Hastedt und Rademacher erhielten dabei Unterstützung von Bernard Le Godais. Der 86-jährige Franzose, der während seiner dreimonatigen Kriegsgefangenenschaft unter Einsatz seines Lebens verstorbene KZ-Häftlinge in Sandbostel begrub, sprach sich für den Standort bei der Kapelle aus. Eine Gedenkstätte könne zu einem Zentrum der europäischen Versöhnung werden. Alle Mitglieder der Arbeitsgruppe zeigten sich zuversichtlich, dass der von ihnen akzeptierte Vorschlag auch die Zustimmung ihrer Gremien finden wird. Im Oktober wird der Arbeitskreis erneut zusammenkommen. Hastedt und Rademacher sprachen gestern von einer wichtigen Entscheidung. Sie seien in den letzten Wochen von vielen Menschen aufgefordert worden, sich für eine Lösung des Konflikts einzusetzen. |