Kinder von "Don Camillo und Peppone"-Autor besuchen Lager Sandbostel
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Bremervörder Zeitung vom 13. September 2003
 
     
 

Sandbostel (cb). Die Geschichte von Don Camillo und Peppone ist weltbekannt. Weit weniger Menschen wissen jedoch vermutlich, dass der Autor des erfolgreichen Romans, der Italiener Giovanni Guareschi, während des Zweiten Weltkrieges im Kriegsgefangenenlager Stalag XB in Sandbostel inhaftiert war. Gemeinsam mit anderen Italienern - zum Teil ehemaligen Lagerinsassen - besuchten die Kinder des Autoren am Donnerstag Sandbostel.
Die Geschwister Carlotta und Alberto Guareschi gehören ebenso wie die übrigen Teilnehmer der Reise zum „Club dei Ventitre" - also dem Club 23. Dabei handelt es sich um eine Art Lesekreis, der sich mit den Werken und dem Leben von Giovanni Guareschi befasst. Der Aufenthalt in Sandbostel war Teil einer Erinnerungsreise nach 60 Jahren. Denn vor genau sechs Jahrzehnten wurde Giovanni Guareschi als Gefangener der Deutschen von Italien nach Deutschland deportiert.
Am 9. September, genau 60 Jahre nachdem Giovanni Guareschi per Zug von Mailand aus abtransportiert worden war, brach nun die knapp 20-köpfige Gruppe zu ihrer Reise nach Deutschland auf. Bereits am Mittwoch stand ein Besuch des ehemaligen Lagers in Wietzendorf bei Celle auf dem Programm. Bevor der 1908 geborene Giovanni Guareschi nach Sandbostel verlegt wurde, war er dort inhaftiert.
In Sandbostel wurde die Gruppe am Donnerstag dann von Gemeindebürgermeister Heinz Peter Hanschen und Dr. Klaus Volland vom Verein Dokumentationsund Gedenkstätte Sandbostel empfangen. „Um uns die Geschichte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, benötigt es der Erinnerung und des Gedenkens", sagte Heinz Peter Hanschen. Klaus Volland zeigte sich erfreut darüber, dass das Interesse der Nachkommen am Schicksal von in Sandbostel inhaftierten Gefangenen auch heute noch groß sei. In Sandbostel nahmen die Gäste aus Italien an einer katholischen Messe in italienischer Sprache in der Lagerkirche teil. Robert Rinetti, katholischer Seelsorger in Hamburg, war dafür eigens nach Sandbostel gekommen. Im Anschluss an die Messe legten die Mitglieder des „Club 23" einen Kranz am Gedenkstein an der Lagerkirche nieder. Nach der Besichtigung des ehemaligen Lagers und der nahe gelegenen Kriegsgräberstätte sowie einem gemeinsamen Mittagessen in Bremervörde ging es am Nachmittag weiter nach Bergen. Dort stand eine Besichtigung von Häusern, in denen nach dem Krieg befreite italienische Militärinternierte einquartiert waren, auf dem Programm.

 

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