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Sandbostel (cb). Die Geschichte von Don Camillo und Peppone ist weltbekannt.
Weit weniger Menschen wissen jedoch vermutlich, dass der Autor des erfolgreichen
Romans, der Italiener Giovanni Guareschi, während des Zweiten Weltkrieges
im Kriegsgefangenenlager Stalag XB in Sandbostel inhaftiert war. Gemeinsam
mit anderen Italienern - zum Teil ehemaligen Lagerinsassen - besuchten die
Kinder des Autoren am Donnerstag Sandbostel.
Die Geschwister Carlotta und Alberto Guareschi gehören ebenso wie
die übrigen Teilnehmer der Reise zum „Club dei Ventitre" - also
dem Club 23. Dabei handelt es sich um eine Art Lesekreis, der sich mit
den Werken und dem Leben von Giovanni Guareschi befasst. Der Aufenthalt
in Sandbostel war Teil einer Erinnerungsreise nach 60 Jahren. Denn vor
genau sechs Jahrzehnten wurde Giovanni Guareschi als Gefangener der Deutschen
von Italien nach Deutschland deportiert.
Am 9. September, genau 60 Jahre nachdem Giovanni Guareschi per Zug von Mailand
aus abtransportiert worden war, brach nun die knapp 20-köpfige Gruppe
zu ihrer Reise nach Deutschland auf. Bereits am Mittwoch stand ein Besuch
des ehemaligen Lagers in Wietzendorf bei Celle auf dem Programm. Bevor der
1908 geborene Giovanni Guareschi nach Sandbostel verlegt wurde, war er dort
inhaftiert.
In Sandbostel wurde die Gruppe am Donnerstag dann von Gemeindebürgermeister
Heinz Peter Hanschen und Dr. Klaus Volland vom Verein Dokumentationsund
Gedenkstätte Sandbostel empfangen. „Um uns die Geschichte immer wieder
ins Gedächtnis zu rufen, benötigt es der Erinnerung und des Gedenkens",
sagte Heinz Peter Hanschen. Klaus Volland zeigte sich erfreut darüber,
dass das Interesse der Nachkommen am Schicksal von in Sandbostel inhaftierten
Gefangenen auch heute noch groß sei. In Sandbostel nahmen die Gäste
aus Italien an einer katholischen Messe in italienischer Sprache in der
Lagerkirche teil. Robert Rinetti, katholischer Seelsorger in Hamburg, war
dafür eigens nach Sandbostel gekommen. Im Anschluss an die Messe legten
die Mitglieder des „Club 23" einen Kranz am Gedenkstein an der Lagerkirche
nieder. Nach der Besichtigung des ehemaligen Lagers und der nahe gelegenen
Kriegsgräberstätte sowie einem gemeinsamen Mittagessen in Bremervörde
ging es am Nachmittag weiter nach Bergen. Dort stand eine Besichtigung von
Häusern, in denen nach dem Krieg befreite italienische Militärinternierte
einquartiert waren, auf dem Programm.
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