Jahresbericht 2003
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Sandbostel Jahresbericht 2003
(Dietmar Kohlrausch)


Liebe Mitglieder !

Das Jahr 2003 gehört sicherlich zu den erfolgreicheren Jahren. Wir konnten das Interesse an einer Gedenkstätte auf dem Lagergelände so steigern, dass es für die Verantwortlichen in der Region kein Zurück hinter eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände mehr geben wird. Dies war von knapp einem Jahr nicht vorauszusehen.

Zunächst führten wir die jährliche Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers durch. Im Mittelpunkt stand diesmal Belgien. In der Vorbereitung zu dieser Gedenkveranstaltung hatten Belgier sich bereit erklärt, einen Gedenkstein auf dem Lagergelände aufzustellen. Im Vorfeld gab es dazu Gespräche mit der Kirchengemeinde Selsingen. Diese genehmigte zwar die Aufstellung dieses Gedenksteins auf dem Kirchengelände, wollte aber zugleich den Verein veranlassen, sich mit der Kirchengemeinde ins Benehmen zu setzen. In zwei ausführlichen Gesprächen, die in einer gemeinsamen Presseerklärung mündeten, wurde dieses hergestellt. Wir vereinbarten, uns regelmäßig zu informieren. Wir werden im Sommer wieder zu einem Gespräch mit der Kirchengemeinde zusammenkommen, um die Kontakte zu vertiefen. Nach ausführlichen Diskussionen gewannen wir in der Kirchengemeinde von Selsingen eine Partnerin für unser Anliegen.

Ein Großteil unseres Engagements - hier muss ich besonders Detlef Cordes nennen – galt dem Versuch, ein Gebäude auf dem Lagergelände zu erwerben. Zunächst in Kooperation mit einer Familie, die auf dem ehemaligen Reiterhof eine alternatives Zentrum errichten wollte, und mit denen zusammen wir das Grundstück erwerben wollten. Nach einer Realteilung hätten wir dann über ein geeignetes Gebäude für eine Gedenkstätte verfügt.

Seit einigen Wochen haben wir einen neuen engagierten Unterstützer gewonnen, Herrn Ivar Buterfas aus Hamburg. Ich lernte Herrn Buterfas anlässlich einer Veranstaltung in Rotenburg kennen. Herr Buterfas ist sehr an einer Gedenkstätte in Sandbostel auf dem Lagergelände interessiert. Er besuchte das Lagergelände und schrieb an mehrere Minister und den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen. Er fordert in seinen Schreiben, dass auf dem Lagergelände dem Verein eine Baracke zur Verfügung gestellt wird. Wer Herrn Buterfas erlebt hat und über sein weltweites Engagement für die Erinnerungsarbeit und gegen jegliche Form der Relativierung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus informiert ist, wird mir zustimmen, dass wir mit ihm einen sehr einflussreichen Unterstützer gewonnen haben.

Zugleich hat sich die Internationalisierung des Themas Sandbostel durch einen Bericht im niederländischen Fernsehen fortgesetzt. In diesem kam u.a. der Landrat des Kreises Rotenburg Dr. Fitschen zu Wort. Dieser Filmbericht hat bei allen, die ihn gesehen haben, Entsetzen oder/und Empörung ausgelöst. Der Film ist mittlerweile auch unseren Freunden in Belgien bekannt. Wir gehen davon aus, dass eine Vernetzung zwischen Niederländern, Belgiern und Franzosen, die zum 29. April dieses Jahres eingeladen sind, zu erreichen ist. Wir könnten so unserem Ziel der Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Lagergelände näher kommen.

Ob es uns tatsächlich gelingt, den 60. Jahrestag der Lagerbefreiung auf in einer eigenem Gedenkstätte durchzuführen, kann ich nicht voraussagen, es ist aber nicht ausgeschlossen.

Ich denke, Sie werden verstehen, dass diese vielfältigen Aufgaben uns alle sehr beschäftigt haben.

Daneben haben wir aber mehrere Ausstellungen alleine oder mit anderen organisiert, wir waren auf mehreren Seminaren vertreten und mussten auch immer wieder der Presse Auskunft geben. Mit dem Filmabend im Februar haben wir auch einen großen Erfolg erzielt. Mehr als 50 BesucherInnen sahen die Filme.

Mehrere ehemalige Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge sowie deren Angehörige besuchten das Lagergelände. Klaus Volland wird darüber im Einzelnen berichten. Wir konnten damit vielen Menschen helfen, sich an dem Ort des Leidens an ihre Angehörigen zu erinnern und ihrer zu gedenken.

Unseren Internet-Auftritt (Website) betreut Karl-Heinz Buck.

Die Arbeit war nur möglich, weil der Vorstand sehr kooperativ zusammenarbeitet. Er tagte im Durchschnitt mindestens einmal im Monat. Ich danke den MitstreiterInnen im Vorstand und hoffe, dass wir in diesem erfolgreichen Team weiter arbeiten können.

Ich wünsche mir, dass wir weiter gemeinsam für unser Ziel eintreten. Zweck des Vereins ist eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände.
Ich denke, wir stehen vor dem Erreichen dieses Vereinsziels.

Bremervörde, den 10. März 2004


 

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