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Dokumentationsstätte in Sandbostel wurde eröffnet
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Zevener Zeitung 5. September 2007 |
Historischer Tag für die Lagerforschung |
Dokumentationsstätte von Bremervörde nach Sandbostel verlegt |
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Zu den Gästen der Einweihungsfeier gehörte der russische Konsul Dmitri Jeschow (Mitte), hier zwischen Andreas Ehresmann (links) und Dr. Klaus Volland. Fotos: bz/rkl |
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Sandbostel (bz/rkl). Nach vielen Jahren zum Teil sehr mühseliger Arbeit hat der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel seinen großen Wunsch nun umgesetzt: eine Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel. Am Montag wurde sie in Anwesenheit zahlreicher Gäste eingeweiht. Wichtigste Aufgabe der Dokumentationsstätte sei es, die Erinnerung an die Menschen zu bewahren, die in dem ehemaligen NS-Lager litten und starben, sagte Dr. Klaus Volland. In dem Gebäude aus der Nachkriegszeit ist eine Ausstellung zur Geschichte des Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglagers Stalag X B sowie der späteren Nutzung des Geländes zu sehen. Neben Karten, Fotos und Modellen gehören zahlreiche Bodenfunde, die auf dem
.ehemaligen Lagergelände gemacht wurden, zu den Exponaten. Darüber hinaus besteht nun die Möglichkeit, in einem Vortragsraum Besuchergruppen zur Einstimmung auf Führungen Filme vorzuführen. Zufrieden und stolz mit dem Erreichten zeigten sich die Vertreter des 1992 gegründeten Vereins sowie der Stiftung Lager Sandbostel. Das „Haus Altenberg" sei früher ein Nebengebäude der ehemaligen katholischen Lagerkirche gewesen, sagte Dr. Klaus Volland während der Einweihung. Später wurde es als Wohnhaus genutzt, ehe es jetzt vom Verein angemietet wurde. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende aus Bremervörde, gemeinsam mit Werner Borgsen Autor eines Standardwerkes über die Lagerhistorie, dankte allen, die zum Abschluss des Mietvertrages beitrugen. In dem Architekten und Historiker Andreas Ehresmann sei eine „hoch qualifizierte Persönlichkeit" für die Leitung der neuen Gedenkstätte gefunden worden, freute sich Dr. Volland. Er selbst wird der Einrichtung künftig als pädagogischer Leiter zur Verfügung stehen. Hauptaufgabe sei es, „am historischen Ort eine attraktive Bildungsarbeit für Jugend und Erwachsene zu leisten: die ehemaligen Überreste des Lagers Sandbostel sind auch in ihrem Ruinencharakter imposante Geschichtszeichen und unsere besten Ausstellungsstücke", sagte der Pädagoge. Die vorhandenen zahlreichen Materialien müssten teilweise noch systematisch erfasst und pädagogisch aufgearbeitet werden. Dies wird eine Aufgabe von Andreas Ehresmann sein, der während der Einweihungsfeier kurz auf das Konzept der Dokumentationsstätte einging. Langfristig gesehen soll sie nur ein Provisorium sein, fügte der Vorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, hinzu. Es ist vorgesehen, die Gedenk-und Dokumentationsstätte in einer der noch vorhandenen und dann sanierten Baracke oder einem Barackenneubau unterzubringen. Wie so häufig sei jedoch die Finanzierung das Hauptproblem. Die 400000-Euro-Zusage der Europäischen Union (EU) reiche gerade einmal für die Dachsanierung der Baracken und der Herrichtung des Außengeländes aus. Von daher werde es sicher noch Jahre dauern, ehe ein Umzug vorgenommen werden könne, meinte Buck. Von einer „europäischen Dimension des Lagers Sandbostel" sprach der Vorsitzende des Vereins Pro Europa, Kurt Ringen, während der Einweihungsfeier. Um dies deutlich zu machen, plane sein Verein das Projekt „Europäische Gedenkwege". Die Wege der Gefangenen von den Bahnhöfen bis zum Lager sollen nachvollzogen werden. Er hoffe, schloss Ringen, dass Menschen aus ganz Europa nach Sandbostel kommen, „damit sie sehen, was hier erreicht wurde". Im weiteren Verlauf der Einweihung hatten die Besucher, deren große Zahl die Vereinsvertreter überraschte und erfreute, Gelegenheit, sich in der neuen Dokumentationsstätte umzusehen. Unter den Interessierten befand sich mit Dmitri Jeschow auch der Konsul des russischen Generalkonsulats in Hamburg. Während der NS-Zeit beklagte die Sowjetunion die meisten Todesopfer im Lager. Die Bevölkerung hat bereits am kommenden Sonntag, 9. September, Gelegenheit, sich einen Eindruck von der Sandbosteler Einrichtung zu verschaffen. Am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals" wird die Dokumentationsstätte ebenso wie die evangelischlutherische Lagerkirche und die ehemalige katholische Kirche von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Führungen finden um 11, 13 und 15 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils das „Haus Altenberg". |
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| Im ehemailgen katholischen Lagergebäudewurden die Ansprachen zur Einweihung der neuen Dokumentationsstätte gehalten. Der Grund: die neuen Räumlichkeiten waren zu klein, um alle Besucher aufnehmen zu können. | ||||||||
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