| |
Von Corvin Borgardt (Bremervörder Zeitung vom 3. Mai 2003)
Parnewinkel/Warschau. „Es war seit langer Zeit ein Traum
von mir, das Grab meines Vaters zu besuchen", sagt Bogna Goetzendorf-Grabowska
sichtlich bewegt auf der Kriegsgräberstätte in Parnewinkel.
Zum ersten Mal hat die Polin gestern das Grab ihres Vaters Marian Mikolajewski
besucht - mehr als 60 Jahre nach dessen Tod im Sandbosteler Kriegsgefangenenlager.
Mit Hilfe des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel
hatte sie die letzte Ruhestätte ihres 1941 verstorbenen Vaters ausfindig
gemacht. Gestern war es für die 67-Jährige dann soweit. Gemeinsam
mit ihrem Sohn Tomasz Goetzendorf-Grabowski und Tochter Isabelle Goetzendorf-Marciniak
war sie nach Parnewinkel gekommen.
Über die Homepage des Vereins (www.dokumentationsstaette-sandbostel.de)
hatte Tomasz Goetzendorf-Grabowski vor knapp einem Jahr Kontakt zu Karl-Heinz
Buck aus Bevern aufgenommen und ihm das Anliegen seiner Mutter geschildert.
Der stellvertretende Vorsitzende des Dokumentations- und Gedenkstättenvereins
machte sich dann auf die Suche nach dem Grab von Marian Mikolajewski.
„Hier in Parnewinkel wurde ich dann schnell fündig", sagte Buck.
Gemeinsam mit Dr. Klaus Volland begleitete er gestern die polnischen Besucher
zur Kriegsgräberstätte.
Marian Mikolajewski wurde als polnischer Kriegsgefangener von Itzehoe
ins Sandbosteler Lager Stalag XB verlegt. Dort verstarb er dann am 19.
Januar 1941 im Lazarett an einer Lungenentzündung. Mit 61 russischen,
polnischen, serbischen und belgischen Toten aus dem Ersten und Zweiten
Weltkrieg liegt er seitdem auf dem Parnewinkeler Kriegsgräberfriedhof
begraben.
Bevor Bogna Goetzendorf Grabowska und ihre Kinder gestern das Grab besuchten,
nahmen sie an einer zu Ehren von Marian Mikolajewski veranstalteten Totenmesse
in der katholischen Kirche in Bremervörde teil. Beim Bremervörder
Standesamt erhielten sie anschließend noch eine Kopie der Todesurkunde.
Nach dem Besuch des Grabes ihres Vaters bedankte sich die 67-Jährige
bei Dr. Klaus Volland und KarlHeinz Buck: „Ihr Verein ist sehr hilfreich
für Leute wie mich."
|
|