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Archäologische Ausgrabung im ehemaligen Lager Sandbostel
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Bremervörder Anzeiger vom 8. Juni 2005 |
Ausgrabung im ehemaligen Lager Sandbostel |
Sandbostel. Es sind vielfach ganz normale Alltagsgegenstände, die der stellvertretene Vorsitzende der Stiftung Sandbostel, Karl-Heinz Buck und Archäologe Dietrich Alsdorf bei ihren Streifzügen durch das Gelände des Lagers Sandbostel und auf den angrenzenden Äckern gefunden haben. In Absprache mit Alsdorf ist als Grabungstechniker der Archäologischen Denkmalpflege beim Landkreis Stade ein Fachmann für Funde aus der Vergangenheit und erhofft sich Aufschlüsse über den Gefangenenalltag. Den will er dokumentieren, „und das erschöpft sich nicht in den Berichten weniger Überlebender und den noch wenigeren Bildern, sondern auch in Gegenständen“, erläutert er die Ziele der Arbeitsgruppe. Gefunden hat man als so genannte „Oberflächenfunde“ bisher Uniformknöpfe, ein Sieb, Löffel, Teile von Kämmen und viele Metallteile. Doch auch „Lagerkunst“ ist dabei, eine verzierte Gürtelschnalle und ein Bilderrahmen. Und weil man in der Nähe der ehemaligen Kommandantur auf die Reste verbrannter Aktenordner stieß, wurde beim Landkreis Rotenburg die Genehmigung für eine Ausgrabung ein geholt. Doch bei dabei aufgefundenen Sachen handelte sich offensichtlich nicht um von den Wachmannschaften vernichte tes Material, das aus Geheimhaltungsgründen nicht dem Feind in die Hände fallen sollte. Alsdorf glaubt, dass es Gegenstände sind, die nach der Befreiung des Lagers durch die Engländer als Abfall verbrannt wurden. In der freigelegten großen Grube wurden mehrere Wehrmachtsstahlhelme, Gasmaskenbehälter und eine Vielzahl von Büromaterial wie Stempelhalter, Tintenfässer und die Reste weiterer Aktenordner entdeckt. Dazu Geschirr des Reichsarbeitsdienstes und Teller mit Hoheitsabzeichen und Hakenkreuz sowie Aschenbecher und viele Papierreste. Auch eine verzierte silberne Kaffeekanne kam zurück ans Tageslicht, über ihren Weg in die Abfallgrube kann nur spekuliert werden. Nach Aufbereitung und Sichtung will man die gefundenen Teile über Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich machen, vorzugsweise in der einzurichtenden Gedenkstätte. Doch zunächst sucht die Arbeitsgruppe dringend Verstärkung. Wer Lust hat, sich bei zukünftigen Ausgrabungen zu beteiligen oder helfen will, in Gesprächen mit Zeitzeugen mehr über das Lager und dessen Geschichte nach dem Krieg zu erfahren, soll sich mit dem Gedenkstättenverein in Verbindung setzen. Telefon und Fax 04761/746858, E-Mail info@ dokumentationsstaette-sandbostel.de. |
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Dietrich Alsdorf, Karl-Heinz Buck, Willi Bodora, ehemaliger Mitarbeiter der Stader Archäologie |