Frau Ina Lenke besichtigt das Lagergelände
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Zevener Zeitung Januar 2007
 
 

Stiftung benötigt mehr Fürsprecher und Sponsoren

 
 

Stalag XB: Bundestagsabgeordnete Ina Lenke informiert sich auf ehemaligem
Sandbosteler Lagergel
ände

 
 
Sandbostel (ZZ/lh). Ein richtig kalter Wind blies, als Dr. Klaus Volland vom Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel dieser Tage die FDP-Bundes­tagsabgeordnete Ina Lenke durch das ehemalige Lager Sandbostel führte.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Eis und Frost hier vielen internierten Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen zum Verhängnis, sie erfroren oder starben an Entkräftung und Flecktyphus. Später diente der Ort der Internierung von NS-Anhängern, dann als Aufnahmestelle für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR.
Diese Zeiten sind lange vorbei. Und damit sie nicht vergessen werden, wurde vor zwei Jahren eine Stiftung gegründet, deren Mitglieder es sich zum Ziel gesetzt haben, einen Teil des damaligen Gefangenenlagers für die Nachwelt zu erhalten. „Ein erstes Areal wurde erst kürzlich gekauft, ein anderer Teil soll möglichst bald folgen“,heißt es dazu in einer Pressemitteilung.Momentan   sind   Männer   mit schwerem Räumgerät dabei, Bäume zu fällen, Stubben zu roden und das Buschwerk zu entfernen. Zum ersten Mal seit Jahren wird dadurch   wieder   ein   plastischer Einblick auf diesen ehemaligen Ort des Grauens frei.
Das Gelände in dieser Kahlheit wieder herzustellen und mit Rundwegen für Besucher herzurichten, zählt zu den vordringlichen Aufgaben der Stiftung - ebenso ein Nutzungskonzept, wobei für eine Dokumentationsstätte bereits verschiedene Modelle angedacht sind, nachdem sich die alten Baracken dafür als nicht geeignet erwiesen.
Ina Lenke hatte die Gelegenheit genutzt, um sich aus erster Hand auch über die Resolution zu informieren, welche die Stiftung Lager Sandbostel erst kürzlich gefasst hatte (die ZZ berichtete). Gastgeber des Besuches war Vorsitzender Kurt Ringen vom Verein „Pro Europa, der auch das Besuchsprogramm zusammengestellt hatte. Neben Bürgermeister Johann Gerken und seinem Stellvertreter Peter Radzio standen die Kuratoriumsmitglieder Clement-Volker Poppe sowie Karl-Heinz Buck für fachliche Beiträge zur Verfügung. Aus Zeven waren Vereinsmitglied Hartmut-Hans Schmidt und seine Frau Margret erschienen.
Gegenstand der aktuellen Resolution sind hauptsächlich Dokumentationsaufgaben, welche den Ist-Bestand des Lagergeländes, das in dieser Form einmalig in Deutschland ist, aufzunehmen und für die Zukunft zu erhalten.
Dafür braucht die Stiftung Lager Sandbostel finanzielle Unterstützung. Aber nicht nur Geld wird benötigt. Nach den Worten von Dr. Volland wäre der Stiftung auch schon damit geholfen, wenn sie Rückhalt bei möglichst vielen Bewohnern des Landkreises fände und insbesondere auch von Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie anderen herausragenden Persönlichkeiten unterstützt würde.
Eine neue, begeisterte Fürsprecherin, gibt es: „Ina Lenke wird dem Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel beitreten“, heißt es abschließend in der Mitteilung.
 
 
  Frau Ina Lenke  
  Margret Schmidt, Johann Gerken, Peter Radzio, Clement Poppe, Dr. Klaus Volland, Bundestagsabgeordnete Ina Lenke, Hartmut Schmidt und Kurt Ringen (von rechts) während des Lagerbesuches.   Foto: Karl-Heinz Buck  
 

     
 
Bremervörder Anzeiger 31. Januar 2007
 
 

Es ist „zehn nach 12“

 
 

Bundestagsabgeordnete Ina Lenke besucht Lager Sandbostel

Von Lutz Schadeck

 
 

Sandbostel. Ina Lenke war sichtlich beeindruckt. Die FDP-Bundestagsabgeordnete lauschte der kleinen Einführung in der Kirche auf dem ehemaligen Lagergelände Sandbostel. Dr. Klaus Volland, Leiter der Dokumentationsstätte, gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Lagers, soweit sie bislang erforscht ist. Zusammengefasst sind bisherige Erkenntnisse, Dokumente und Aussagen von Zeitzeugen in dem von Werner Borgsen und Dr. Klaus Volland verfassten Buch „Stalag XB Sandbostel“. Dieses Buch wurde Ina Lenke als Erinnerung an diesen Besuch überreicht.
Doch immer noch gibt es eine Fülle von unbekannten Dokumenten. So tauchten zum Beispiel Lagerpläne aus den Jahren 1939 bis 1945 auf. Diese lagen im Munitionsdepot Hesedorf und wurden im letzten Jahr vom Staatsarchiv in Stade veröffentlicht. Auch lassen Skepsis und eine gewisse Furcht bei der Bevölkerung gegenüber dem Verein „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel“ nach. Man kommt öfter ins Gespräch. Der folgende Gang über das Gelände ließ schwer vorstellen, wie es zur Zeit der Nazi-Diktatur hier aussah. Volland: „Früher war hier Einöde. Kein Strauch, kein Baum. Nur Moor und Heide.“ Menschen aus Polen, Belgien, Frankreich, Serbien, Russland und Italien wurden hier in den Kriegsjahren interniert. Ab April 1945 wurden KZ-Häftlinge aus Neuengamme hier eingepfercht. Von der SS bewacht, wurde dieses Areal zu einem Ort des Massensterbens. Typhus und Unterernährung waren ständige Begleiter der leidenden Menschen. Nach der Befreiung Ende April 1945 richteten die Briten im Juni 1945 hier ein Internierungslager für SS- und NS-Führer sowie für Mitglieder von KZ-Wachmannschaften ein. 1948 wurde das Lager eine Nebenstelle des Zuchthauses Celle. 1952 dann fungierte das Lager als Durchgangsstelle für jugendliche DDR-Flüchtlinge. 1960 dann die Auflösung des Lagers. Später folgte die Privatisierung des Geländes, und Ansiedlung von Gewerbe. 1992 wurden historische Gebäude des Lagers unter Denkmalschutz gestellt. Doch wie sieht das Lager jetzt aus? Überall brechen die maroden Gebäude zusammen. Birken und andere Bäume wachsen in und aus den Dächern. Eigentlich kaum vorstellbar, dass hier noch etwas zu retten ist. Doch gerade darum geht es. Volland: „Es ist zehn nach zwölf. Trotzdem machen wir weiter.“ Ungläubiges Staunen und eine gewisse Sprachlosigkeit dann auch der Besichtigung einer kleinen Ausstellung in einer der Baracken. Fundstücke werden da gezeigt. Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel: „Auch die müssen wissenschaftlich untersucht, dokumentiert und eventuell konserviert werden.“ Zurzeit ist hier alles dem Verfall preisgegeben. Die kleine Gruppe um Ina Lenke, darunter Kuratoriums-, Stiftungsmitglieder und Gemeindepolitiker besichtigen noch die Kriegsgräberstätte  Sandbostel. Tief bewegt trifft man sich anschließend im Haus von Clement Poppe, um unter anderem über die Zukunft des Lagers zu sprechen. So stehen da Jugendcamps auf dem Programm. 24 jugendliche Teilnehmer aus vier Nationen werden der Einladung Volksbund Kriegsgräberfürsorge folgen. Ina Lenke jedenfalls, wird mit den gesammelten Eindrücken in entsprechenden Gremien immer für den Erhalt des Lagers und der Unterstützung der Aktiven plädieren.

 
 
  Frau Ina Lenke  
  Die Bundestagsabgeordnete Ina Lenke lässt sich Fundstücke des Lagers Sandbostel erklären. Foto:ls  
 

     
 
Bremervörder Anzeiger 28. Januar 2007
 
 

Ina Lenke spricht hohe Anerkennung aus

Erhalt des Lagers ist kulturelles Erbe

 
 

Sandbostel (ls). Ina Lenke, FDP, aus Oyten im Landkreis Verden, seit 1998 Mitglied des Bundestages, kam auf Vermittlung der Zevener Ratsfrau Margret Schmidt nach Sandbostel.
Gemeinsam mit Bürgermeister Johann Gerken, Kuratoriumsmitglied Peter Ratio, Kuratoriumsvorsitzenden Clemens Poppe, Stiftungsvorstand Karl-Heinz Buck, Mitglied des Vereins PRO Europa Kurt Ringen und Dr. Klaus Volland wurde das Lagergelände und die Kriegsgräberstätte besichtigt. Für Ina Lenke ist es sehr beeindruckend, dass sich hier Menschen zusammengefunden haben, die Ehrenamt mit Hobby verbinden, um der Nachwelt ein kulturelles Erbe zu erhalten. Lenke: „Staatliche Stellen allein schaffen das nicht.“ Für die Probleme mit diesem Thema in der
Bevölkerung hat sie Verständnis:„Sicher war und ist es schwierig, bestimmte Empfindlichkeiten in der Bevölkerung zu berücksichigen.“ Nun, da sie selbst vorOrt war, hat sie gesehen, wieviel Arbeit da ist. „Man muss da gewesen sein, muss zugehört haben.“ Und: „Wir brauchen eine Kultur der Erinnerung.“ Sie spricht allen Beteiligten ihre hohe Anerkennung aus: „Es ist mutig, sich dieser großen Aufgabe zu stellen. “Direkte Hilfe kann sie nicht versprechen. Aber Sandbostel und die aktiven Menschen, die sich für den Erhalt des Lagers und der Einrichtung einer Gedenkstätte einsetzen, werden in ihr immer eine Fürsprecherin haben

 
 
 
Frau Ina Lenke
 
  Dr. Klaus Volland erläutert Ina Lenke die Notwendigkeit des Erhaltens des Lagers Sandbostel. Foto: ls  
 
     

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