Veranstaltungen anlässlich des 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen
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Am 1. September 2009 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen. Der Krieg gegen Polen war von Anfang an als Eroberungs- und Vernichtungskrieg geführt und markiert den Beginn des zweiten Weltkriegs und des Holocausts.

Drei Wochen nach Kriegsbeginn, am Morgen des 25. September 1939 wurden die ersten 3000 polnischen Kriegsgefangenen in das noch in Aufbau befindliche „Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager X B Sandbostel“ gebracht. Die Gefangenen wurden hier in Großzelten untergebracht. Bretter, die auf dem Boden lagen und mit Stroh bedeckt waren, dienten als Schlafstatt.

Die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, in mehreren Veranstaltungen an das Schicksal der polnischen Kriegsgefangenen zu erinnern.

 
 
Blick auf die zur Unterbringung der ersten Kriegsgefangenen aufgestellten Großzelte.  Foto: unbekannt, um Juli 1940 (Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel)
 
 

Vom 4. September bis zum11. Oktober werden in einer Sonderausstellung die Hintergründe des  Kriegsbeginns und nähere Aspekte zur Ankunft und dem Alltag der polnischen Kriegsgefangenen in Sandbostel, über die weiblichen Angehörigen der polnischen Heimatarmee, die nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands am 2.10.1944 in das Stalag X B gebracht wurden und über die polnischen KZ-Häftlinge, die kurz vor der Befreiung des Lagers während so genannter „Evakuierungstransporte“ aus dem geräumten Außenlagern des KZ Neuengammes nach Sandbostel gebrachten wurden, informiert. Abschließend wird in der Ausstellung der verstorbenen polnischen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge gedacht und die Grablagen, die Denkmäler und die Gedenkorte beschrieben. Kontrastiert wird die Sonderausstellung mit der Materialsammlung „Das Jahr 1939 im Elbe-Weser-Dreieck“ von Wolfgang Sellner. Diese dichte und materialreiche Sammlung zeigt eindrucksvoll das Leben im Elbe-Weser-Dreieck im Jahr 1939.

Die Sonderausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten der Gedenkstätte zugängig (Montag – Freitag von 9.00 – 15.00 Uhr; zweiter Sonntag eines Monats: „Offene Sonntagsrundgänge“ von 12.30 – 16.30 Uhr; vierter Sonntag eines Monats von 10.30 – 15.30 Uhr).

Im Rahmen der Sonderausstellung wird der Vizekonsul der Republik Polen, Michal Nowak, am Freitag den 11. September um 17.00 Uhr ein Kranz zum Gedenken an die in Sandbostel verstorbenen polnischen Kriegsgefangenen auf dem ehemaligen Lagerfriedhof (Kriegsgräberstätte Sandbostel) niederlegen.

Am Samstag den 12. September um 19.00 Uhr zeigt die Gedenkstätte Sandbostel den Film „Konspirantinnen. Polnische Frauen im Widerstand 1939-1945“. Der Film des Grimme-Preisträgers Paul Meyer zeigt eindrucksvoll die Geschichte der Frauen in der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK). Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands wurden ab dem 10. Oktober 1944 auch im Kriegsgefangenenlager Sandbostel 552 Polinnen untergebracht.

Programm  70. Jahrestag des Kriegsbeginns in Kurzform:

4.9. – 11.10.2009 - Sonderausstellung „70. Jahrestag Kriegsbeginn und polnische Kriegsgefangene im Stalag X B Sandbostel“, ergänzend: Materialsammlung „Das Jahr 1939 im Elbe-Weser-Dreieck“

11.9.2009 - 17.00 Uhr, Kranzniederlegung durch den Vizekonsul der Republik Polen, Michal Nowak. Hochkreuz auf dem ehemaligen Lagerfriedhof (Kriegsgräberstätte Sandbostel)

12.9.2009 - 19.00 Uhr, Film „Konspirantinnen. Polnische Frauen im Widerstand 1939-1945“

 
 
Aus dem Fotoalbum eines Wachsoldaten: „Kriegsgef.(angene) Polen b.(eim) Feuerholz holen“. Foto: unbekannt, Februar 1940 (Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel)
 
     
     

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