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Sandbostel (mg). Nach einem rund 15 Jahre andauernden Kampf um die Realisierung einer Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB Sandbostel befindet sich diese Einrichtung jetzt endgültig am „Ort der Geschichte“. Die Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte und der 2004 gegründeten „Stiftung Lager Sandbostel“ ist inzwischen so erfolgreich, dass sich der Verein als Teil der Stiftung sieht. Auf der Jahreshauptversammlung der „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel“ am Donnerstag im Gasthof „Zum Grünen Jäger" in Sandbostel hat der Vorstand erneut sein Bemühen unterstrichen, die Vereinsarbeit auch künftig als Teil der „Stiftung Lager Sandbostel“ zu verstehen.
Zu der Jahreshauptversammlung begrüßte Dr. Dietmar Kohlrausch als Vorsitzender der Dokumentationsstätte besonders Sandbostels Bürgermeister Johann Gerken und den Vorsitzenden des Vereins „Pro Europa“ Kurt Ringen.
„Alte Konflikte sind überwunden“ bestätigte Dr. Kohlrausch. Damit spielte der Vorsitzende auf jahrelange Diskrepanzen zwischen Gedenkstättenverein, Politik und Verwaltung an. Das aber sei Schnee von gestern. Erfreut blicke man jetzt auf die ebenso reibungslose wie effiziente Zusammenarbeit zwischen Gedenkstättenverein und der Stiftung.
Seinen besonderen Dank sprach Dr. Kohlrausch dem stellvertretenden Vorsitzenden der Dokumentations- und Gedenkstätte und Vorsitzenden der Stiftung Karl-Heinz Buck für sein unermüdliches Engagement aus. Kohlrausch dankte auch Dr. Klaus Volland, der ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender des Vereins fungiert und sich seit fast drei Jahrzehnten für die Belange des Vereins eingesetzt habe.
Bevor der Gedenkstättenverein auf das Lagergelände umgezogen sei, habe man mit Andreas Ehresmann eine hauptamtliche Kraft gewinnen können. Ehresmann arbeitet als Projektmanager für die Dokumentationsstätte und sei in seiner Doppelqualifikation als Architekt und Bauhistoriker besonders wertvoll für die Gedenkstätte. Dr. Kohlrausch: „Mit ihm haben wir einen guten Fang gemacht“. Ein untrügliches Indiz dafür seien zum Beispiel die stetig steigenden Besucherzahlen.
Andreas Ehresmann, der über reichliche Erfahrungen unter anderem durch seine Mitwirkung bei der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie dort vorgenommenen baugeschichtlichen Untersuchungen verfügt, unterstrich die wachsende Akzeptanz der Gedenkstätte in der Region. Inzwischen verfüge man über zwei zertifizierte Gästeführer. Die Resonanz auf den Internetauftritt sei überaus positiv und man arbeite kontinuierlich an der Weiterentwicklung kultureller Programme.
Karl-Heinz Buck betonte ebenfalls die gute Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätte und Stiftung. In diesem Zusammenhang dankte er besonders Sandbostels Bürgermeister Johann Gerken,Kurt Ringen als Vorsitzenden des Vereins „Pro Europa“ sowie dem Landkreis und der Samtgemeinde Selsingen.
Und auch im Hinblick auf ein passendes Gebäude hat sich etwas getan: Im Zuge einer Zwangsversteigerung habe die Stiftung mittlerweile eine Baracke erworben, die außerhalb des ursprünglich vorgesehenen und erworbenen Geländes liege, sagte Dietmar Kohlrausch. Sie solle später die Dokumentations- und Gedenkstätte aufnehmen. Der Vorsitzende: „Es sind zwar einige Umbaumaßahmen notwendig. Aber die baulichen Voraussetzungen sind gegeben“.
Noch aber kann man sich keinesfalls zurücklehnen: „Die Dokumentation- und Gedenkstätte Sandbostel ist Teil der regionalen, nationalen und internationalen Gedenkstätten geworden. Eine Aufnahme in die Bundesförderung ist keine Utopie mehr“, sagte Dr. Kohlrausch. Diese neue Stellung fordere jedoch vom Verein und seinen Mitgliedern weiterhin großes Engagement. Man wolle weiterhin die historische Forschungüber den Nationalsozialismus verfolgen und das Heranführen der Jugend an Informationen über die unheilvolle Geschichte des NS-Regimes in der Region angemessen leisten.
Kassenführer Peter Matthiesen stellte eine gesunde finanzielle Ausstattung des Gedenkstättenvereins vor. Daraufhin wurde dem gesamten Vorstand Enlastung erteilt.
Als Beisitzer ergänzen künftig Restauratorin Imke Berg und der Archäologe Wolfgang Scherff (beide aus Hemmoor) den Vorstand des Vereins. Und auch künftig legt man Wert auf geordnete Finanzen: Hartmut-Hans Schmidt (Zeven) wurde zum neuen Kassenprüfer bestimmt. |
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Verein und Stiftung arbeiten optimal zusammen: Der Vorstand der Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel: Kassenführer Peter Matthiesen (sitzend von links), Dr. Klaus Volland (stellvertretender Vorsitzender), Dr. Dietmar Kohlrausch (Vorsitzender) und Karl-Heinz Buck (stellvertretender Vorsitzender). Stehend von links: die Beisitzer Detlef Cordes, Imke Berg und Wolfgang Scherff. Foto: Zimmering |
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