|
Deutsch-polnische Schülergruppe in Sandbostel
![]() |
Sonnatgsjournal vom 19. Juni 2005 |
Sandbostel als Zugang zur NS-Geschichte |
Sandbostel (alg). Überregionales Interesse für das ehemalige Stalag XB in Sandbostel: Am Mittwoch hat eine deutsch-polnische Schülergruppe aus Scharnebeck im Landkreis Lüneburg und Leba bei Danzig das Lagergelände besucht. Anlass des Besuches: der Auftakt des Projektes „Kriegsgräberstätten als Lernorte der Geschichte“. Initiator ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Seit einem Jahr pflegt die Realschule Scharnebeck eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Leba. Zur Schüleraustausch-Premiere beteiligten sich die Achtklässler und ihre gleichaltrigen polnischen Gäste am neuen VDK-Projekt. Jan Effinger, Schulreferent im VDK-Bezirksverband Lüneburg/Stade: „Kriegsgräberstätten eignen sich besonders als Ausgangspunkt für die Erforschung der lokalen Geschichte des Dritten Reiches. Mit Hilfe von Zeitzeugenbefragungen, Archivbesuchen und Sekundärliteratur lassen sich die Todesumstände der Opfer erhellen.“ Auf diese Weise, erklärt Effinger, ergebe sich ein emotionaler, den Geschichtsunterricht bereichernder Zugang zur Geschichte von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Mit dem Projekt „Kriegsgräberstätten als Lernorte“ möchte der Volksbund einige dieser Friedhöfe der jungen Generation zugänglich machen. Motto: Nur mit dem Wissen um die Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft wird der Frieden auch in Zukunft gesichert werden können. Die Kriegsgräber- und Gedenkstätte Sandbostel ist das erste Projekt. Weitere sollen folgen. Nach einer von Klaus Volland geleiteten Führung über das ehemalige Lagergelände widmeten sich die Besucher dem Hauptaugenmerk, der Kriegsgräberstätte. Anhand verschiedener Stationstafeln erkundeten die 14- und 15-Jährigen selbstständig die Geschichte des Lagers und seiner Opfer. Dabei rekonstruierten sie anhand von Stalag- Personalakten die Einzelschicksale sowjetischer Kriegsgefangener. |
||
|