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Leben unter dem Hakenkreuz 1944/45
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Bremervörder Zeitung vom 18. April 2005 |
Leben unter dem Hakenkreuz Vierter und letzter Teil der Dokumentationsreihe eröffnet- Ausstellung bis zum 8. Mai geöffnet |
Bremervörde. Während in diesen Tagen die Befreiung von Arbeits und Konzentrationslagern des national-sozialistischen Regimes durch die Alliierten vor 60 Jahren gefeiert wird, dokumentiert in der Dokumentationsstätte Sandbostel eine Ausstellung von Wolfgang Sellner das Ende des Zweiten Weltkriegs. Dieser vierte Teil des Präsentationszyklus "Leben unter dem Hakenkreuz" schildert die Jahre 1944 und 1945. "Dem Betrachter dieser Ausstellung wird deutlich, dass der Krieg in jeden Ort und in jeden Haushalt hinein wirkte", sagte Dr. Klaus Volland in seiner Eröffnungsrede. Der Leiter der Dokumentationsstätte würdigte das große Engagement des "unermüdlichen Sammlers" Wolfgang Sellner, der auf insgesamt zwölf Ausstellungstafeln wie in den bisherigen Präsentationen fast ausschließlich Originalmaterialien zeigt. Bei diesen Exponaten handelt es sich neben zahlreichen sehenswerten Dokumenten überwiegend um Privatfotos und -briefe, Werbeprospekte, Abrechnungsbelege und Presseartikel, unter anderem aus der "Bremervörder Zeitung". Zu den Ausstellungsobjekten gehören zum Beispiel eine Postkarte aus einem Gefangenenlager in den USA und die originale Schellackplatte "Lili Marleen", mit der die in Bremerhaven gebo- rene Sängerin Lale Andersen zu Weltruhm gelangte. Viele dieser Sammlerstücke stammen wie in den drei vorher gegangenen Ausstellungen der Reihe "Leben unter dem Hakenkreuz" aus dem Elbe-Weser-Dreieck, insbesondere aus den Regionen um Bremervörde und Lamstedt. Sie vermitteln Eindrücke aus den Bereichen Politik und Wirtschaft, Kultur und Familie. Wolfgang Sellners Dokumentation macht den Zeitraum 1944/45 anhand zahlreicher Dokumente anschaulich deutlich. Wie absurd und aberwitzig die ebenso verzweifelten wie gleichsam verbre cherischen Durch- und Aushalteparolen des Naziregimes selbst unmittelbar vor dem endgültigen Zusammenbruch waren, zeigen unter anderem Aufforderungen in Tageszeitungen, in denen behauptet wurde: "Auch die Hausfrau kann durch Einsparung von Holz, Kohle und Eisen in der Küche zur Rüstung beitragen". Die Ausstellung in der Bremervörder Dokumentationsstätte (Großer Platz) kann noch bis zum 8. Mai donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 19 Uhr und sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden. Schulklassen werden nach individueller Absprache und telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 04761/3267 durch die Ausstellung geführt. |