Sonderlager
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Etwas außerhalb vom Hauptlager befanden sich zwei Baracken, in die seit 1942 besonders zu "behandelnde" Gefangene eingewiesen wurden: Unteroffiziere, die hartnäckig die Arbeit verweigerten, Gefangene, die mehrere Fluchtversuche hinter sich hatten, Kriegsgefangene, die des Diebstahls beschuldigt wurden oder auch nur Kontakte zu deutschen Frauen hatten. Bevor sie in das "Sonderlager" überstellt wurden, verbrachten sie einige Tage im Gefängnis des Hauptlagers. Aller persönlicher Besitz war abzugeben, ebenso Gürtel und Schnürsenkel. Die Zellen enthielten eine vergitterte Dachluke sowie einen "Spion" in der Tür; das Inventar bestand aus einem Holzbrett mit Strohsack und einem WC-Eimer. Die tägliche Mahlzeit bestand aus einer Suppe und einem trockenen Stück Brot. Die Häftlinge waren zum absoluten Nichtstun verurteilt.
Dies änderte sich schlagartig mit der Überstellung in das Sonderlager. Die maximal 80 Gefangenen hatten unter strengster Bewachung zwölf Stunden in der Moorkultivierung zu arbeiten, unterbrochen von einer Stunde Mittagspause. Da Holzschuhe knapp waren, standen viele mit bloßen Füßen oftmals bis zu den Knien im Moorwasser, gruben Entwässerungskanäle oder stachen Torf. In den kühleren Jahreszeiten standen Rodungsarbeiten im Vordergrund, vor allen das Ziehen und Zerkleinern von Stubben. Die als äußerst hart beschriebenen Arbeitsbedingungen gingen einher mit einer brutalen Behandlung durch die Wachleute, Schläge mit dem Gewehrkolben oder mit der Schaufel und Fußtritte waren an der Tagesordnung. Auch die zwei- bis dreistündigen Nachtappelle waren einer der Schikanen. Die Ernährung war noch schlechter als im Hauptlager. Suppe aus Strünken von Rüben sei seine einzige Mahlzeit pro Tag gewesen, erinnerte sich ein Franzose; ein anderer sagte, er habe etwas Fett und ein kleines Stück Brot bekommen. In den sechs Wochen seiner Haftzeit verlor er 20 Kilo.
Im Herbst 1943 verbesserte sich die Haftbedingung im Sonderlager. Die Leitung des Strafkommandos wurde abgelöst und den Häftlingen wurden einige Hafterleichterungen zugestanden. Die nächtlichen Appelle wurden eingestellt, kranke Gefangene wurden nicht mehr in das Sonderlager eingewiesen, Privatpakete durften wieder empfangen werden, Lektüre aus der Bücherei wurde verteilt und eine tägliche Rauchpause war erlaubt. Über die Verhältnisse im Herbst 1943 ist bekannt, dass jeder zweite Sonntag frei blieb; an den anderen Sonntagen wurde in der Zeit von 8 Uhr bis 11.30 Uhr gearbeitet. Die Gründe dieser
" Verbesserungen" sind nicht genau bekannt. Vielleicht lag es an der Intervention der Mission Scampini oder auch an der Flucht dreier Franzosen zurück in das Hauptlager; sie wollten sich über die Haftbedingungen beschweren (einer von ihnen wurde auf der Flucht getötet). Es ist auch fraglich, ob sowjetische Häftlinge des Sonderlagers, die in einer der beiden Baracken untergebracht waren, in den Genuss dieser verbesserten Behandlung kamen, da dem internationale Rote Kreuz der Zutritt zu den sowjetischen Kriegsgefangenen verwehrt wurde.

 

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