Sonja Sonnenfeld
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Bremervörder Anzeiger 5. März 2008
 
 

Sonja Sonnenfeld: „Es begann in Berlin ...“
95-jährige Schwedin liest auf Einladung der Gedenkstätte Sandbostel in St. Michael

 
 

Bremervörde (kw). Die „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel“ lädt zu einer besonderen Veranstaltung ein. Die 95-jährige Schwedin Sonja Sonnenfeld wird am Donnerstag, 6. März, in der katholischen Kirchengemeinde Bremervörde um 19 Uhr aus ihrer Biografie „Es begann in Berlin“ vortragen.
Sonja Sonnenfeld, Schwedin jüdischer Herkunft und im letzten Herbst 95 Jahre alt geworden, hat von 1914 bis 1938 in Berlin gelebt.
Als junge Frau und Tänzerin lernte sie in den „goldenen zwanziger Jahren“ Theater, Variete und Film kennen. In Fritz Längs legendären Stummfilm „Metropolis“ wirkte sie als Komparsin mit, freundete sich mit Josephine Baker an. Die damals noch kleine Caterina Valente saß bei ihr auf dem Schoß, Jean Gabin wollte sie mit nach Paris nehmen, mit Victor de Kowa trat sie im Film „Der Lockvogel“ auf, Käthe von Nagy lernte sie bei den Arbeiten zum Film „Liebe, Tod und Teufel“ kennen, und Hans Albers sorgte dafür, dass sie trotz des NS-Berufsverbots eine Rolle in „Peer Gynt“ bekam. Ihre zweite „Karriere“ startete sie im Jahre 1979, als sie im neugegründeten Raoul-Wallenberg-Komitee in Stockholm die Geschäftsführung übernahm und sich seither für die Freilassung des in sowjetischen Lagern inhaftierten und verschwundenen „Engels von Budapest“ einsetzte. Sie plante Rettungs­ und Befreiungsaktionen für den Retter von Zehntausenden ungarischen Juden, und ihrem Bemühen ist es in hohem Maße mitzuverdanken, dass Wallenberg heute weltbekannt ist.
Sonja Sonnenfeld, deren Erinnerungen „Es begann in Berlin - Ein Leben für Gerechtigkeit und Freiheit“ im Bremer Donat Verlag erschienen sind, beeindruckt durch ihre Offenheit und enorme Ausstrahlung. Sie wirkt trotz ihres hohen Alters quicklebendig.
Sie hat Phantasie und viel Humor, ist geistvoll, präzise und klar im Ausdruck, spricht flißend deutsch, und es dürfte kaum jemanden geben, der sich ihrem gewinnenden Wesen und Charme zu entziehen vermag. Die Veranstaltung mit Sonja Sonnenfeld, „Es begann in Berlin“, beginnt in St. Michael, Am Mahlersberg 13, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden gebeten.

 
 
Sonja Sonnenfeld
 
 

Die Schwedin Sonja Sonnenfeld liest am Donnerstag aus „Es begann in Berlin ..“
Foto: Massimo Rodari

 
     

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