SPD-Kreistagsfraktion
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Bremervörder Zeitung 19. Dezember 2007
SPD: Sandbostel ist ein europäischer Gedenkort

Kreistagsfraktion beeindruckt von der Dokumentations- und Gedenkstätte

  Bernd Wölbern und Dr. klaus Volland mit Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion  
 

Dr. Klaus Volland (rechts) zeigt dem SPD-Landtagskandidaten Bernd Wölbern (Zweiter von links) einen auf dem Gelände ausgegrabenen Essnapf. Zahlreiche dieser „Henkelmänner" sind bei Ausgrabungen gefunden worden. Die teilweise gravierten Näpfe sind oftmals die einzigen individuellen Zeugnisse, die auf die Kriegsgefangenen verweisen.                                                                                    Foto: bz

 
 

Sandbostel (bz). Kürzlich hat die Rotenburger SPD-Kreistagsfraktion die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht. Initiator war der Fraktionsvorsitzende und Landtagskandidat Bernd Wölbern.
Begrüßt wurden die SPD-Vertreter vom Kuratoriums-Vorsitzenden der Stiftung Lager Sandbostel, Clement Poppe, vom stellvertretenden Stiftungs-Vorstandsvorsitzenden, Helmut Neiß, vom pädagogischen Leiter Dr. Klaus Volland und von Projektkoordinator Andreas Ehresmann.
Bei einem Rundgang über das Gelände erläuterten die Vertreter der Stiftung und die Mitarbeiter der Gedenkstätte den aktuellen Stand und die weiteren Planungen bei der Gestaltung der Gedenkstätte. Danach führten Dr. Klaus Volland und Andreas Ehresmann die Politiker durch das Dokumentationszentrum und zeigten zwei Dokumentarfilme, die britische Kameraleute nach der Befreiung des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers gedreht hatten. Die gesamte Fraktion zeigte sich während und auch nach dem Besuch tief beeindruckt von der fühlbaren Vergangenheit der Gebäude. Bernd Wölbern: „Diese Baracken haben viel zu erzählen. Wir sollten genau hinhören.“ Der Besuch war insbesondere für die neuen Mitglieder der Fraktion wichtig, weil sie bislang nur „von Sandbostel gehört“ hatten.
Aber auch Abgeordnete, die das ehemalige Lager bereits in früherer Zeit besucht hatten, erkannten das Ensemble aufgrund der umfangreichen Rodungsarbeiten kaum wieder. Ludwig Althaus: „Durch die großen Bäume war viel verdeckt. Jetzt erkennt man die Weite des Lagers wieder.“
Der Fraktionsvorsitzende Bernd Wölbern dankte allen Beteiligten für die hervorragende und wichtige Arbeit vor Ort. Angefangen bei den Bauarbeiten über die historische und pädagogische Aufbereitung der unzähligen Fundstücke bis hin zur Antragstellung durch die Stiftung, um dringend benötigte Mittel zu akquirieren. „Das alles ist mit viel Zeit und Mühe verbunden. Wir brauchen Menschen, die sich für den Erhalt solcher Stätten einsetzen, damit hier in Zukunft ein Lernort für den Frieden entstehen kann. Jugendliche aus mehreren Ländern Europas haben in einem Workcamp in Sandbostel gemeinsam gearbeitet und aus der Geschichte von Lager und Friedhof die richtigen Schlüsse gezogen, wenn sie feststellten: Darüber müssen wir immer wieder sprechen, das darf nicht vergessen werden, damit das nie wieder passiert.“
Die SPD-Fraktion begrüßt es, dass die Arbeit der Stiftung durch den Landkreis im nächsten Jahr mit 40.000 Euro unterstützt wird. Das sei ein wichtiger Beitrag, um zunächst einmal die Substanz der  Gebäude zu sichern. Es dürfe aber nicht bei dieser einmaligen Unterstützung bleiben.
Die SPD wünsche sich zudem, dass alle Kommunen im Landkreis erkennen, dass das ehemalige Lager in Sandbostel eine große Bedeutung hat. Wölbern: „Hier sollte ein europäischer Gedenkort entstehen, der unsere gemeinsame Zukunft sicherer und friedlicher macht. Das ist etwas Gutes.“

 

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