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Stiftungsgründung
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Bremervörder Zeitung 18. Dezember 2004 |
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Ein prüfender Blick auf die Urkunde: Sandbostels Bürgermeister Clement-Volker Poppe (rechts) und sein Stellvertreter Holger Blank bei der Vertragsunterzeichnung. |
Überlebte das Lager Sandbostel: Bernard Le Godais (83) aus Frankreich. | Für den Gedenkstättenverein Sandbostel unterzeichneten der Zweite Vorsitzende Dr. Klaus Volland (rechts) und Dr. Dietmar Kohlrausch die Gründungsurkunde. Fotos: Klöfkorn |
Jahrelanger Streit findet versöhnliches Ende "Stiftung Lager Sandbostel" gestern gegründet - |
Sandbostel. Er empfinde große Freude über die neue Stiftung, die eine Gedenkstätte für das ehemalige Sandbosteler Kriegsgefangenenlager umsetzen soll, sagte gestern Bernard Le Godais. Der 83-jährige Franzose, der bei Kriegsende 1944 die Qualen der dort evakuierten KZ-Häftlinge miterlebte, war Ehrengast der Gründungsveranstaltung in der Lagerkirche. Le Godais gehört als Vertreter des Vereins „Pro Europa" auch zum Kuratorium der neuen Stiftung, die von einem dreiköpfigen Vorstand (siehe untenstehenden Kasten) geleitet wird. Im Anschluss an die Feierstunde in der Lagerkirche wurde über die Zusammensetzung entschieden. Bei dieser Gelegenheit bedankten sich die niedersächsischen Minister Bernd Busemann und Hans-Heinrich Ehlen (beide CDU) bei Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher. Der ehemalige Superintendent und der frühere Regierungsschuldirektor hatten im Sommer die Aufgabe übernommen, in Gesprächen mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung über eine Gedenkstätte zu finden. Das Ergebnis ist die Gründung der Stiftung, sie soll schnellstmöglich die Voraussetzungen für die Einrichtung eine Erinnerungsstätte auf dem ehemaligen Lagerlände schaffen. 58 Gespräche wurden geführt, dabei schien die Situation oftmals verfahren, die Aufgabe unlösbar, so Hastedt in der Feierstunde. „Vieles hat sich dann so gefügt," sagte er gestern, „dass wir beide der Meinung waren: Da war eine andere Hand im Spiel, die hat geführt und gefügt. Das waren wir nicht allein." Von einem „Wunder, einem Gottesgeschenk" sprach Pastor Wolfgang Fromm aus Selsingen. Trotz vieler Verletzungen in der Vergangenheit- und unterschiedlicher Meinungen sei ein Kompromiss erzielt worden, der Anlass zur Freude sei. Es werde in Sandbostel ein neuer Anfang gemacht. Für die beiden Moderatoren habe von Anfang an festgestanden: Es könne nicht sein, dass man hier eine Gedenkstätte „durchpowern" (Hastedt) wolle. Der ehemalige Superintendent: „Wir können nicht zum Frieden mahnen, die Achseln zucken und sagen: Na ja, hier vor Ort kriegen wir das so nicht hin. Aber die Menschen da draußen, die sollen sich gefälligst vertragen." Eine Stätte der Versöhnung könne nur gelingen, wenn Menschen zur Versöhnung bereit seien. Es sei allen zu danken, die mitgeholfen hätten, dass Versöhnung möglich geworden sei. Die ganze Geschichte des Sandbosteler Lagers soll in der Gedenkstätte erforscht und dargestellt werden: Von der Zeit als NS-Lager über die Internierung ehemaliger Nazi-Größen bis hin zur Auffangstation für Jugendliche aus der DDR. Während der Andacht in der Lagerkirche wurde die Gründungsurkunde der Stiftung von den neun beteiligten Kommunen, Institutionen und Vereinen unterzeichnet. Den Anfang machten die Gemeinde Sandbostel und der Gedenkstättenverein, der seit vielen Jahren an der Realisierung dieses Vorhabens arbeitet. Sein Ehrenmitglied Ivar Buterfas zeigte sich gestern skeptisch und kündigte vor der Presse an, die Arbeit der neuen Stiftung aufmerksam beobachten zu wollen. Er hege die Befürchtung, so der Hamburger Unternehmer, dass der Gedenkstättenverein und damit dessen Ziel in der Stiftung an Bedeutung einbüßen werde.
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