| |
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 9. September 2007 beteiligte sich die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel am bundesweiten Tag des offenen Denkmals.
Unter dem offiziellen Motto des von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiierten Tages „Sakralbauten – Orte der Einkehr und des Gebetes“ waren auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag X B die 1946 von internierten SS- und NSDAP-Angehörigen als Nissenhütte eingerichtete und 1957 erneuerte evangelische und die 1957 erbaute ehemalige katholische Lagerkirche geöffnet und für Besucherinnen und Besucher zugänglich.
Erstmalig konnten auch Überreste einer Wandmalerei aus der Lagerzeit der Öffentlichkeit gezeigt werden, die von den Bauhistorikern Drieschner und Schulz erst vor kurzem entdeckt wurden.
An der nach dem Abriss eines Gebäudeteils mittlerweile außen stehenden Innenwand einer Unterkunftsbaracke sind auf den ersten Blick lediglich schemenhaft drei Rechtecke erkennbar. Bei einer digitalen Fotobearbeitung der Wand (Fehlfarbendarstellung) zeigte sich jedoch, dass die Rechtecke drei aufgemalte Altarbilder darstellen. Reich verzierte Pilaster und Voluten die die Bildergruppe umgeben sind ebenfalls erkennbar. Teilweise sind sogar die Motive der Bilder, eine Christusfigur, und betende Engel sichtbar.
Die Wandbilder konnten einem Propagandafoto der Wehrmacht zugeordnet werden, das einen Sakralraum vermutlich in einer der französischen Unterkunftsbaracken zeigt.
Die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel wird sich nun zügig um die Sicherung und Konservierung dieses einmaligen Überrests eines Sakralraumes in einem Kriegsgefangenenlager bemühen.
Neben den Kirchen waren am Tag des offenen Denkmals auch die neue Dauerausstellung zur Lagergeschichte und einige der historischen Unterkunftsbaracken geöffnet.
Über 400 Besucherinnen und Besucher aus der näheren Umgebung, aber auch aus Städten wie Bremen, Hamburg und Kassel nahmen an mehreren Führungen teil und besichtigten das Gelände. Dieses große Interesse zeigt die zunehmende Akzeptanz in der Region und die überregionale Bedeutung der Gedenkstätte.
Unter den Besucherinnen und Besuchern waren auch mehrere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und Angehörige ehemaliger Kriegsgefangener, Häftlinge, Wachsoldaten und Internierter, die aus verschiedenen Perspektiven über das Lager Sandbostel berichten konnten.
Andreas Ehresmann
Projektkoordinator
Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel
Greftstr. 5, 27446 Sandbostel
Öffnungszeiten: Mo – Do 10.00 - 15.00 Uhr. Rundgänge und weitergehende Öffnungszeiten nach Anmeldung möglich
Tel. 04764-810 520, Fax. 04764-810 521
Homepage: www.dokumentationsstaette-sandbostel.de
E-Mail: info@dokumentationsstaette-sandbostel.de |
|