Vom Schicksal des Großvaters tief bewegt
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Bremervörder Zeitung vom 3. Februar 2004
 
Vladimir Vlasenko besucht Grabstätte seines Vorfahren in Sandbostel

Bremervörde (pew). Tief bewegt und beeindruckt zeigte sich am Sonnabend der russische Staatsbürger Vladimir Vlasenko mit Blick auf die Leistung des Bremervörder Vereins Doku-mentations- und Gedenkstätte Sandbostel zur Aufarbeitung der Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag XB.
Der 1949 als Enkel des sowjetischen Kriegsgefangenen Timofeij Grigoriewitsch Vlasenko Geborene arbeitet heute in Nowgorod als Manager des russischen Energieversorgers „Gasprom".
Eine einwöchige Dienstreise zur „Deutschen Management-Akademie" hatte ihn nach Celle geführt, von wo aus er gemeinsam mit dem Dolmetscher Sergeij Reinhardt die Gelegenheit nutzte, den Ehrenfriedhof in Sandbostel zu besuchen, auf dem sein Großvater seit 1944 als einer von vielen tausend Kriegsgefangenen seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Begleitet und informiert wurden die beiden Besucher von Dr. Klaus Volland, dem Stellvertreten Vorsitzenden des Vereins und Leiter der Gedenkstätte in Bremervörde.
Zwar war der Familie Vlasenko schon seit Jahrzehnten bekannt, dass Timofeij Grigoriewitsch Vlasenko als Kriegsgefangener starb. Doch erhielt sie erst im Juli 2003 die offizielle Bestätigung durch das russische Kriegsministerium, dass er am 4. Februar 1944 im Stalag X B gestorben ist. Timofeij Grigoriewitsch Vlasenko war zuletzt 1941 von Bekannten gesehen worden, damals schon als Kriegsgefangener mit schweren Erfrierungen an Händen und Füßen. Timofeij Grigoriewitsch Vlasenko starb im Alter von 44 Jahren in Sandbostel.
Beim Besuch des Bremervörder Dokumentationszentrums am Großen Platz zeigte sich nun der Enkel, Vladimir Vlasenko, tief beeindruckt von den dort gezeigten Darstellungen zur Geschichte und Wirklichkeit des früheren Kriegsgefangenenlagers in Sandbostel.
Zwar hatte er bereits zu Hause in Nowgorod die Gelegenheit genutzt, sich via Internet und der dort installierten Homepage des Bremervörder Dokumentationszentrums zu informieren, doch war für ihn die unmittelbare Begegnung tief bewegend, wie Vlasenko im Gespräch mit der Redaktion betonte. Mit Dr. Klaus Volland besuchte der Gast aus Russland im weiteren Verlauf des Tages das Lager selbst, das an diesem nasskalten düsteren Wintertag durchaus den Eindruck jener Trostlosigkeit und Verzweiflung hinterließ, unter denen die Kriegsgefangen, besonders die sowjetischen, dort gelitten hatten.
Den Abschluss fand der Besuch dann am Nachmittag auf dem Ehrenfriedhof von Sandbostel. Hier legte Vladimir Vlasenko Blumen an dem Grab nieder, in dem sein Großvater im Februar 1944 gemeinsam mit unzähligen Leidensgenossen begraben wurde.

Vladimir Vlasenko aus Nowgorod (Mitte) besuchte gemeinsam mit Dolmetscher Sergeij Reinhardt (links) das Grab seines Großvaters auf dem Ehrenfriedhof in Sandbostel. Dr. Klaus Volland informierte die Besucher über die Arbeit der Dokumentationsstätte in Bremervörde. Foto: Werner



 

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